erinnerungsfoto.de - Fotos, Filter, Fotokurse, Tipps & Tricks, Kaufentscheidungshilfe uvm.

Suche in erinnerungsfoto.de

Direkt zum Seiteninhalt

erinnerungsfoto.de - ISO-Wert, Funktion und Einfluss auf Fotos

Foto-Schule

Der ISO-Wert
Funktion und Einfluss auf Fotos

Die Erläuterungen sind in erster Linie für Anfänger und Fortgeschrittene gedacht - Profis möchten mir bitte nachsehen, wenn die Erklärungen zu laienhaft erscheinen.

Grundwissen:

In Ihrer Kamera sitzt im Verborgenen - hinter dem Verschluss - das Herzstück der digitalen Fotografie, der Bildsensor.

Es gibt derzeit 2 verschiedene Sensor-Systeme, den CCD-Sensor und den CMOS-Sensor. Welcher von beiden der Beste ist, überlasse ich gerne den sich fortwährend streitenden Gelehrten in diesem Thema.

Sicher hat jeder der beiden Vor- und Nachteile, die an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden müssen. Für die Zwecke hier ist dies auch nicht weiter von großer Bedeutung.

Wichtig zu wissen ist jedoch, was der Bildsensor macht.

Er wandelt einfallendes Licht, welches vom Verschluss (siehe Kapitel Belichtungszeit) für einen kurzen Moment zum Sensor durchgelassen wird in elektrische und digitale Informationen um, die wir dann als fertiges Digitalfoto kennen.
Am Rande sei erwähnt, dass sich das entstehende Foto auf dem Kopf stehend befindet. Ein physikalisches Prinzio, das auf der Lichtbrechung der Objektivlinsen basiert.

Sensoren gibt es in verschiedenen Größen wie links gezeigt, die mit Millionen von mikroskopisch kleinen Lichtzellen bestückt sind. Die Anzahl der für das Foto relevanten Lichtzellen werden Pixel genannt, was Sie vermutlich schon als Megapixel kennen.
Hinweis: Megapixel sind nicht das Maß der Dinge für eine Digitalkamera - nachzulesen in der Kaufberatung oder im Kapitel Megapixel.

Weiterführendes Wissen:

2 Begriffe sollen hier noch etwas ausführlicher erläutert werden, zum Einen der Crop-Faktor und zum Anderen das ISO-Rauschen bzw. Bildrauschen.

Der Crop-Faktor:
Betrachten Sie noch einmal die Grafik oben mit den verschiedenen Sensorgrößen.
Standardgröße bzw. -einheit ist angelehnt an das analoge Kleinbildformat die Größe 36 x 24 mm (diese Größe hatten früher die Kleinbildfilme, die man heute noch kaufen kann). Diese Sensor-Größe wird als Vollformat-Sensor bezeichnet.
Allerdings sind kleinere Sensoren sind in den meisten Kameras zu finden - eine Kostenfrage ohne Zweifel und solange man auch auf die kleinsten Sensoren 8, 10 oder 12 Megapixel draufbringt, wird sich der Laie nicht weiter damit auseinandersetzen wollen. Gut und günstig soll die Kamera sein und wir reden hier von einem Bauteil, welches sich ohnehin im dunkelsten Winkel der Kamera verbrigt.

Der Bildsensor einer digitalen Kamera sitzt verborgen hinter dem Verschluss in totaler Dunkelheit

Kleinere Sensoren sind um ein gewisses Verhältnis zum Vollformatsensor beschnitten - man spricht hier vom Crop-Faktor (engl.: crop = beschneiden).
Ein APS-C großer Sensor mit den Maßen 22,2 x 14,8 mm hat ein Beschneidungsverhältnis von etwa 1,6 (22,2 x 1,6 = ca. 36 mm / 14,8 x 1,6 = ca. 24 mm). In diesem Falle spricht man von einem
Crop-Faktor von 1,6.

Neben dem Crop-Faktor von 1,6 gibt es noch eine Vielzahl von anderen Crop-Faktoren - weitere gängige sind Crop-Faktor 1,3 und 1,5.

Soviel zum Thema Crop-Faktor an dieser Stelle, da er für die ISO-Einstellung eher keine Rolle spielt.

Das ISO- oder Bildrauschen:
Generell rauscht jeder Sensor bei jeder ISO-Einstellung - soweit die schlechte Nachricht vorweg. Allerdings egalisieren Kamerasoftware und einfallendes Licht in niedrigen ISO-Werten das Rauschen, so dass es kaum bzw. gar nicht sichtbar ist.
Betrachten Sie einmal die weiter unten folgenden Aufnahmen auf der rechten Seite - Sie werden schnell feststellen, dass mit zunehmender ISO-Zahl das Bild pixeliger, fahler und unschöner wird - das kommt vom ISO-Rauschen. Korrekterweise ist das Rauschen ein
Wärmerauschen, das wie nachfolgend beschrieben entsteht.

Das ISO-Rauschen entsteht durch den Sensor, der mit Strom funktioniert. Je mehr Spannung angelegt wird, desto empfindlicher wird der Sensor und kann mehr dunkle Details aufzeichnen (z.B. bei Nachtaufnahmen).
Drehen Sie also die ISO-Zahl an Ihrer Kamera hoch, wird mehr und mehr Spannung auf dem Sensor aufgebaut. Es entsteht mehr Wärme in den Sensorzellen, die zum Rauschen (Wärmerauschen) führen.

Bei ISO 100 ist die Menge an einfallendem Licht sehr groß und die in den einzelnen Sensorzellen erzeugte Spannung deutlich größer als das Wärmerauschen des Sensors. Das einfallende Licht überstrahlt praktisch das Wärmerauschen des Sensors und das Foto sieht rauschfrei aus.
Wird jetzt die ISO erhöht, verändern sich Belichtungszeit und/oder Blende und es fällt weniger Licht ein. Die höhere Spannung in den Sensorzellen dagegen verstärkt das Grundrauschen beträchtlich, so dass das einfallende Licht das Rauschen nicht mehr überstrahlen kann und sichtbare Rauschspuren (s. z.B. Foto rechts unten mit ISO 12800) bleiben zurück.

Auch
hohe Temperaturen lassen den Sensor bzw. die Fotos schneller rauschen. Im Hochsommer beispielsweise machen 35° C Grad bereits etwa 1 Blendenstufe aus - das Rauschen von ISO 400 verhält sich dann in etwa wie ISO 800.

Ein weiterer Nachteil von hohen ISO-Werten ist der höhere Speicherbedarf der entstehenden JPG-Fotos. Hintergrund auch hier die höhere Zellspannung im Sensor, die mehr Zellen aktiv rauschen lässt. Unterschiede von 50 % mehr Speicherplatz zw. ISO 100 und ISO 12800 sind durchaus normal.

Ähnlich wie im vorherigen Kapitel über die Blende, haben unterschiedliche ISO-Werte unterschiedliche Blendenwerte. Dieser Umstand ist wichtig zu wissen, denn fast alles was mit Belichtung in der Fotografie zu tun hat, wird mit Blendenwerten ausgedrückt.
Darum lohnt sich ein Blick in das Thema Blende, welches sehr ausführlich ist, in jedem Fall.

ISO-Werte haben also unterschiedliche Blendenwerte - diese sehen umgerechnet auf ganze Blendenstufen so aus:

ISO 100 - 200 - 400 - 800 - 1600 - 3200 - 6400 - 12800 usw.


Weiter soll dies an dieser Stelle nicht ausgeführt werden, denn zum Einen wurde die Blende sehr ausführlich im vorangegangenen Kapitel erklärt, zum Anderen spielt dieser Umstand bzw. dieses Wissen eine entscheidende Rolle im Thema Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert.

Die ISO-Einstellungen in der Praxis:

Soweit sicher alles schön und gut. Doch was bedeutet denn nun, wenn Sie an Ihrer Kamera eine bestimmte ISO-Zahl von Hand vorwählen bzw. einstellen?
Die Kamera sucht sich automatisch die passende Belichtungszeit und Blende, um ein korrekt belichtetes Foto zu bekommen.
Sofern die eingestellte ISO-Wert nicht mit der Belichtungszeit und/oder Blende harmoniert und das Foto über- oder unterbelichtet wird, greift die Kamera ein und stellt Belichtungszeit und/oder Blende anders ein - Infos dazu in den Kapiteln Belichtungszeit und Blende, sowie im Kapitel Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert.

Je höher Sie die ISO-Zahl gestellt haben, desto lichtempfindlicher wird der Sensor in der Kamera.

Der aufmerksame Leser der beiden vorangegangenen Kapitel Belichtungszeit und Blende wird sich nun sagen, OK, da habe ich ein lichtschwaches Objektiv und muss lange Belichtungszeiten mit Verwackelungsgefahr in Kauf nehmen, also drehe ich die ISO hoch und schon kann ich im Halbdunkel z.B. mit 1/1000 bei f/11 fotografieren und alles Gerede über teure und lichtstarke Objektive ist Unsinn.

Nun, an der Stelle wünsche ich viel Glück und vor allem Erfolg, dass brauchbare Ergebnisse aus der Kamera kommen, denn leider fangen Fotos mit immer höher werdenden ISO-Werten an zu rauschen (s. Abschnitt zuvor).

Zurück zur Praxis:
Der ISO-Wert beeinflusst maßgeblich und nachhaltig die Bildqualität, also Schärfe, Kontrast, Farben und Rauschen des Fotos. Betrachten Sie sich einmal die Fotos rechts. Alle wurden mit Stativ innerhalb weniger Sekunden bei gleichen Lichtverhältnissen hintereinander aufgenommen. Lediglich die ISO-Zahl wurde von Foto zu Foto um eine Blendenstufe erhöht. Anschließend wurden vom jeweils unbearbeiteten Foto 3 Ausschnitte in 100% Auflösung gemacht und in jeweils einem neuen Bild zusammengesetzt und unbearbeitet gelassen. Sie können von Foto zu Foto sehen, wie sich die Schärfe, der Kontrast und sogar die Farben verändern. Je höher die ISO-Zahl wird, desto pixeliger wird das Foto - genau genommen ist das das Rauschen, von dem die ganze Zeit gesprochen wird, aber es lassen sich dafür Fotos im Halbdunkel nahezu verwackelungsfrei machen.

Diese Option macht die Vorwahl des ISO-Wertes zum ultimativen Werkzeug in Sachen Fotos bei Dunkelheit. Sie können im düsteren Wald, auf Feiern und Partys in den Abendstunden gut belichtete Fotos mit kurzen Verschlusszeiten machen, allerdings zu Lasten der Bildqualität (Schärfe, Farben, Kontrast werden flauer und es entsteht ein Rauschen im Foto).

Die Vollautomatik wird immer versuchen, einen etwas erhöhten ISO-Wert zu setzen, um eine größere Blende und/oder mit einer kürzeren Belichtungszeit einstellen zu können - mit der Vorwahl des ISO-Wertes greifen Sie hier maßgeblich in das Resultat ein.

Warum macht die Vollautomatik sowas, wenn doch die Bildqualität mit höher werdenden ISO-Werten schlechter wird?
Der Erklärung dazu ist ganz einfach: Je größer die ISO-Wert, desto größer kann die Blende und/oder kürzer die Belichtungszeit werden. Fotos können schneller belichtet werden und neigen nicht zu Verwacklungen. Die Blende gibt mehr Schärfentiefe her, so dass auch schlecht fokussierte Fotos noch genug Schärfe im Vorder- und Hintergrund bieten.
Wäre der ISO-Wert so niedrig wie möglich, würde die Belichtungszeit länger und/oder die Blende offener sein. Fotos wären im Ergebnis eher verwackelt und/oder unscharf.
Die Käufer einer solchen Kamera suchen logischerweise sofort die Schuld bei der Kamera und nicht bei sich selbst :-)
Ergo, die Hersteller wollen zufriedene Kunden und somit sind die ISO-Einstellungen durch die Automatik so gestaltet, dass die Belichtungszeit und die Blendeneinstellung noch ein wenig "Luft" für Fotos ohne Verwackelungen und zu niedrige Schärfentiefe haben.

Tipp statt hohe ISO-Werte zu verwenden (ISO über 800): Ein Stativ für die Kamera verwenden und ISO-Wert nach unten korrigieren. Das Stativ gleicht die längere Belichtungszeit aus und das Foto verwackelt nicht, ist dafür aber qualitativ besser.

Natürlich gibt es Ausnahmen, wo ein hoher ISO-Wert nötig ist um bestimmte Lichtstimmungen einzufangen, z.B. wenn Sie auf einer Party oder in einer Disco Fotos machen wollen und die tollen Farben der Lichtanlage einfangen wollen, brauchen Sie einen empfindlicheren Sensor, der sowohl die Farben einfängt, als auch die Personen nicht in Bewegungsunschärfe verschwimmen lässt - ein Beispielfoto sehen Sie rechts unten.
Bei diesem Foto wurde bewusst ein höherer ISO-Wert eingestellt, dass der Sensor möglichst viel Umgebungslicht einfangen kann. Die Belichtungszeit wurde dadurch relativ kurz. Die kurze Belichtungszeit hätte aber die beiden Sängerinnen eher dunkel oder sogar unterbelichtet aussehen lassen, weshalb zusätzlich ein Aufhellblitz gezündet wurde, um die Bewegung der beiden Damen möglichst einzufrieren.

Generell lässt sich sagen, dass das Rauschen im Foto überall auftritt, es wird jedoch an dunklen Stellen und Flächen besonders wahrgenommen. Helle Flächen und Details rauschen augenscheinlich weniger als dunkle Flächen.
Eine bebilderte Erläuterung finden Sie am Ende dieses Kapitels.
Auch
hohe Temperaturen lassen den Sensor bzw. die Fotos schneller rauschen. Im Hochsommer beispielsweise machen 35° C Grad bereits etwa 1 Blendenstufe aus - das Rauschen von ISO 400 verhält sich dann in etwa wie ISO 800.
Es gibt Software, die Bildrauschen entfernen können, jedoch schlägt sich auch das auf die Qualität nieder und Sie werden auch mit der besten Entrausch-Software kein ISO12800 Foto in ein ISO100 Foto verwandeln können - leider.

Abschließend sei noch einmal erwähnt, dass sich mit ändern der ISO-Werte die Belichtungszeit und/oder die Blende verändert. Was dies für Auswirkungen haben kann lesen Sie im Kapitel Zeit und in Zusammenspiel.

Viel Spaß nun beim Üben und Experimentieren mit den ISO-Werten.


Die ISO-Werte stelle ich übrigens meist nur auf Werte zwischen 100 und 200 ein. Hin und wieder auch auf 400 und nur in "Notfällen" auf 800 oder 1600, abhängig vom Hintergrund und Motiv. Noch höher nur in Situationen, wo ich mir sage, das Foto muss ich um den Preis des Rauschens und der übrigen Verluste (Farbe, Schärfe und Kontrast) haben.

Oben: Das Referenzfoto wurde mit ISO-Einstellungen von 100 bis 12800 aufgenommen. An den Markierungen wurden Ausschnitte in 100 % Auflösung gemacht und unbearbeitet gelassen.

Oben: Hier war ein höherer ISO-Wert nötig, um einerseits die Lichtstimmung einfangen zu können und andererseits die sich bewegenden Personen noch scharf abzulichten.

Blidrauschen bei unterschiedlichen ISO-Werten
Hohe ISO-Einstellung fängt zwar mehr Licht ein - wichtig bei Disco- und Partyfotos, um die Lichtstimmung im Hintergrund zu erhalten - dafür rauschen Fotos relativ stark. Entrausch-Software bringt leider nur Besserung mit deutlichen qualitativen Abstrichen

Der ISO-Wert - das Wichtigste zusammengefasst:

  • Der ISO-Wert reguliert die Lichtempfindlichkeit des Sensors in der Kamera
  • Die ganzen Blendenstufen lauten (Zwischenstufen sind i.d.R. möglich): ISO 100 - ISO 200 - ISO 400 - ISO 800 - ISO 1600 - ISO 3200 - ISO 6400 - ISO 12800 usw.
  • Niedriger ISO-Wert = längere Belichtungszeit und/oder größere Blende nötig
  • Niedriger ISO-Wert = Fotos in guter Qualität (Schärfe, Farben, Kontraste und rauscharm)
  • Hoher ISO-Wert = kürzere Belichtungszeit und/oder kleinere Blende möglich
  • Hoher ISO-Wert = Fotos in schlechterer Qualität (Schärfe, Farben, Kontraste und mehr Rauschen)
  • Hoher ISO-Wert verbraucht mehr Speicherplatz als niedriger ISO-Wert bei gleichem Motiv
  • Hoher ISO-Wert erwärmt den Sensor mehr als niedriger ISO-Wert - Sicherheitsabschaltung bei vielen Serienaufnahmen durch Kamera möglich (sofern vorhanden, sonst kann u.U. der Sensor Schaden nehmen)


Diese Übersicht steht auch als Download im PDF-Format kostenlos zur Verfügung.
Sie finden sie im Downloadbereich.

Wenn Ihnen meine kostenlos angebotenen Fotokurse und -übersichten gefallen und sogar weitergeholfen haben, freue ich mich über einen kleinen Eintrag in meinem Gästebuch von Ihnen.

Start | Foto-Galerien | MX - Motocross | Foto-Shooting | Foto-Schule | Foto-Filter | Kamera-Kauf | Download | Referenzen | Kontakt | Links | Impressum | Datenschutz | Sitemap

© 2001-2014 by erinnerungsfoto.de - Letzte Aktualisierung 15 Aug 2014

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü