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erinnerungsfoto.de - Belichtungszeit, Funktion und Einfluss auf Fotos

Foto-Schule

Die Belichtungszeit
Funktion und Einfluss auf Fotos

Die Erläuterungen sind in erster Linie für Anfänger und Fortgeschrittene gedacht - Profis möchten mir bitte nachsehen, wenn die Erklärungen zu laienhaft erscheinen.

Grundwissen:

Die Belichtungszeit ist die Zeit, wie lange der Verschluss in Ihrer Kamera geöffnet wird, um Licht durch das Objektiv auf den Sensor (früher Film) fallen zu lassen.
Die auswählbare Zeitspanne reicht bei den modernsten Kameras von 1/10.000 s (eine zehntausendstel Sekunde) bis hin zur Langzeitbelichtung von mehreren Stunden (Einstellung "b" für "bulb", was frei übersetzt für "unendlich" steht).

Vergleichbar ist das Prinzip mit unserem Auge und dem Augenlid.
Machen Sie einmal die Augen zu und blinzeln Sie einmal kurz und einmal lang - später dazu noch einmal mehr.
Wie das Blinzeln mit dem Auge fünktioniert der Kameraverschluss.

Am gebräuchlichsten finden sich in Kameras entweder der
Schlitzverschluss (Tuchschlitz- und Lamellenschlitzverschluss) oder der Zentralverschluss (auch Lamellenverschluss genannt). Verschlüsse arbeiten mechanisch und gehören somit zu den empfindlichsten Teilen einer Kamera und unterliegen bei jeder Auslösung einem gewissen Verschleiß. Hochmoderne Spiegelreflexkameras geben als Verschluss-Lebensdauer um die 150.000 Auslösungen an, bevor der Verschluss "die Flügel streckt" und gewechselt werden muss.
Beim Kauf einer gebrauchten Kamera sollten Sie daher unbedingt den Verschluss ansehen und auf ein "gesundes" und "satt" klingendes Verschlussgeräusch achten (dies sei aber nur am Rande erwähnt).
In Spiegelreflexkameras finden sich fast nur Schlitzverschlüsse, da diese schnellste Belichtungszeiten mitmachen und robuster gegenüber den Zentralverschlüssen sind.

Prinzipiell funktionieren alle Verschlüsse nach dem selben Prinzip: Beim Drücken des Auslösers öffnet sich der Verschluss, Licht fällt auf den Sensor (früher den Film) und schließt sich wieder - fertig, das Foto ist belichtet.

Der Verschluss Ihrer Kamera öffnet sich dabei nicht immer gleich weit.

Lange Verschlusszeiten öffnen den Verschluss länger und weiter - kurze Verschlusszeiten hingegen kürzer und schmaler (dazu unter "Weiterführendes Wissen" später mehr)

Zurück zum Beispiel Augenlid und Blinzeln: Stellen Sie sich einmal vor einen Spiegel und blinzeln Sie. Einmal so kurz wie möglich und einmal langsam.

Haben Sie den Unterschied gesehen?

Beim kurzen und schnellen Blinzeln öffnet sich das Augenlid nur sehr schmal, um es wieder schnell schließen zu können, beim langsamen Blinzeln hingegen öffnet sich das Augenlid sehr weit.
So ähnlich verhält sich der Verschluss an einer Kamera.
Die Pupille ist dabei übrigens vergleichbar mit der Blende, die in einem eigenen Kapitel behandelt wird, darum wird an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen.

Weiterführendes Wissen:

Der Ablauf des Belichtungsverschlusses ist nahezu bei jeder Belichtungszeit identisch - technisch gesehen ist es (fast) nicht möglich, ein mechanisches Teil mit 1/10.000 Sekunde zu bewegen und das immer und immer wieder.
Die Belichtungstechnik bedient sich daher einem kleinen Trick, wie er nachfolgend schematisch dargestellt ist.
Bei einer langen Belichtungszeit wird der Verschluss komplett geöffnet und das Licht kann die eingestellte Zeit auf den Sensor/Film fallen.
Werden die Belichtungszeiten kürzer, schafft es die Mechanik nicht, den Verschluss für diesen Mini-Bruchteil einer Sekunde zu Öffnen und zu Schließen.
Um aber dennoch mit kurzen bis sehr kurzen Belichtungszeiten arbeiten zu können, wird der Verschlussvorhang ähnlich wie die geschlossene Blende bei einem Objektiv, nicht mehr voll geöffnet, sondern nur noch einen Spalt weit und dieser wird über den Senor/Film bewegt. So fällt nur ganz wenig Licht - nur ein schmaler Streifen - auf eine kleine Stelle des Sensors/Film.

Die nachfolgende Animation zeigt stark verlangsamt den schematischen Ablauf der Belichtung mit unterschiedlichen Belichtungszeiten.

Schematischer Ablauf des Lamellenverschlusses bei der Belichtung. Der Verschluss bewegt sich, um mit der eingestellten Belichtungszeit den Sensor/Film zu belichten. Bei langer Belichtungszeit sind die Lamellen weit geöffnet und es wird insgesamt mehr Licht durch die offenen Lamellen gelassen. Bei bei kurzer Belichtungszeit ist nur ein ganz schmaler Schlitz geöffnet, der nur sehr wenig bzw. sehr kurz das Licht durchlässt.
Das hier am Lamellenverschluss gezeigte Prinzip findet ähnliche Anwendung bei den anderen Verschlussarten.

In der Praxis nehmen wir diese Funktionsweise nicht wahr, aber es dürfte nun klar sein, warum der Verschluss das Teil einer Kamera ist, das dem größten Verschleiß unterliegt.

In der Fotografie werden Belichtungszeiten meist als Bruch dargestellt. So heißt z.B. die Angabe "1/60" eine sechzigstel Sekunde. Oftmals findet man aber auch nur die ganzzahlige Angabe "60", die ebenfalls für eine sechzigstel Sekunde steht. Hin und wieder begegnen einem auch abstruse Zahlenwerke wie "10/1000", was dann für 1/100 (eine Hundertstel Sekunde) steht.

Ähnlich wie im nächsten Kapitel über die Blende, haben unterschiedliche Belichtungszeiten unterschiedliche Blendenwerte. Dieser Umstand ist wichtig zu wissen, denn fast alles was mit Belichtung in der Fotografie zu tun hat, wird mit Blendenwerten ausgedrückt.
Darum lohnt sich ein Blick in das Thema Blende, welches sehr ausführlich ist, in jedem Fall.

Belichtungszeiten haben also unterschiedliche Blendenwerte - diese sehen umgerechnet auf ganze Blendenstufen so aus:

1/1 - 1/2 - 1/4 - 1/8 - 1/15 - 1/30 - 1/60 - 1/125 -
1/250 - 1/500 - 1/1000 - 1/2000 - 1/4000 - 1/8000 - usw.


Weiter soll dies an dieser Stelle nicht ausgeführt werden, denn zum Einen wird die Blende sehr ausführlich im nächsten Kapitel erklärt, zum Anderen spielt dieser Umstand bzw. dieses Wissen eine entscheidende Rolle im Thema Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert.

Die Zeitvorwahl in der Praxis (Programm T bzw. Tv oder alternativ "Sport"):

Soweit sicher alles schön und gut. Doch was bedeutet denn nun, wenn Sie an Ihrer Kamera eine bestimmte Zeit (Programm Tv oder T) von Hand vorwählen bzw. einstellen?
Das dafür zuständige Programm heißt Tv oder T bzw. "Blendenautomatik" oder "Zeitvorwahl", denn Sie geben die Zeit vor und die Kamera sucht sich automatisch die passende Blende, um ein korrekt belichtetes Foto zu bekommen.
Sofern die eingestellte Belichtungszeit nicht mit der Blende harmoniert und das Foto über- oder unterbelichtet wird, greift die Kamera ein und stellt den ISO-Wert anders ein - Infos dazu im Kapitel ISO-Wert und Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert.
In der Praxis wird T oder Tv fälschlicherweise oft und gerne als Zeitautomatik bezeichnet - dafür steht aber der Begriff Av, der im Kapitel Blende schon ausgiebig besprochen wurde und an dieser Stelle nicht weiter besprochen wird, um keine Verwirrung zu stiften.
Die Buchstaben "T" oder "Tv" stehen übrigens für "Time Value" (übersetzt: Zeitwert bzw. Blendenautomatik) aus dem Englischen.
An Ihrer Kamera gibts kein Programm T oder Tv? Kein Problem, lesen Sie einfach weiter, denn weiter unten finden Sie wahrscheinlich eine andere Option, die sich an das Programm T oder Tv anlehnt.

Zurück zur Praxis:
Die Belichtungszeit beeinflusst maßgeblich und nachhaltig die Bewegungsunschärfe, also ob ein sich bewegendes Objekt scharf und eingefroren oder verwischt und unscharf abgebildet wird. Erstaunlicherweise ist die Belichtungszeit also nicht nur dazu da, um helle oder dunkle Umgebung auszugleichen.
Unser Auge kann Bewegungsunschärfe locker ausgleichen - denken Sie an ein vorbeifahrendes Auto, das sehen wir scharf und auch den Hintergrund, eine Hauswand zum Beispiel sehen wir sofort scharf, wenn wir über das Auto hinwegsehen.
Die Kamera kann mit einer langsamen Belichtungszeit beides nicht gleichzeitig darstellen - entweder Auto scharf oder Hintergrund scharf, je nachdem, ob man die Kamera auf das fahrende Auto gerichtet mitbewegt, dann verschwimmt der Hintergrund bzw. umgekehrt, bei ruhig gehaltener Kamera ist das Auto verwischt und der Hintergrund scharf.
Bei sehr schneller Belichtungszeit hingegen wird alles auf dem Foto eingefroren, was sich langsamer als die Belichtungszeit bewegt.

Ein Beispiel sehen Sie rechts - der gleiche Hubschrauber aufgenommen mit 1/60 und mit 1/500. Die langsame Verschlusszeit (1/60) lässt Dynamik zu, erkennbar an den Rotorblättern, während die 1/500 den Hubschrauber wie ein Modell an der Kinderzimmerdecke aussehen lässt.
Es bleibt der Geschmack des Betrachters, welches Foto ihm besser gefällt - es gibt hier kein "richtig" oder "falsch".

Doch welche Belichtungszeit braucht man, um Bewegungen einzufrieren?
Nun, dies ist u.a. maßgeblich auch davon abhängig, wie weit das Motiv von der Kamera entfernt ist, in welche Richtung sich das Motiv bewegt (parallel oder auf einen zu bzw. von einem weg) und welche Brennweite am Objektiv genutzt wird. Ein Flugzeug in 10.000 m Höhe bei knapp 1.000 km/h mit einem 50 mm Objektiv abzulichten braucht sicher keine so schnelle Belichtungszeit wie ein Jogger in nur etwa 10 m Entfernung mit einem 200 mm Tele-Objektiv. Grundlagen für wahrgenommenen und tatsächliche Bewegung bietet die Physik sicher reichlich dafür, doch genügen ein paar Richtwerte für "normale" Entfernungen im Nahbereich, um ein Foto bzw. die Bewegung "einzufrieren":

  • Flügelschlag von kleineren Vögeln oder großen Insekten - 1/2000 oder kürzer
  • Fallende Wassertropfen - 1/1000 oder kürzer
  • Schnelle Sportarten (Motorsport, Handball etc.) - 1/500 oder kürzer
  • Langsame Sportarten (Fußball, Jogger etc.) - 1/250 oder kürzer


OK, wird sich der Laie sagen, klingt einfach und ab sofort wird nach o.g. Tabelle die Kamera eingestellt.
Es wäre schön, wenn das so einfach wäre und es nicht noch neben der Bewegungsunschärfe die
Verwackelungsunschärfe gäbe. Diese entsteht nicht vom Motiv sondern von einem selbst. Auch wenn jemand eine noch so ruhige Hand hat, wird das Foto bei immer länger werdenden Belichtungszeit immer wahrscheinlicher unscharf bzw. verwackelt werden. Und je länger die Brennweite des Objektives wird, desto schlimmer werden die Verwackler.

Testen Sie einmal folgendes: Strecken Sie Ihren Arm aus, kneifen ein Auge zu und visieren Sie mit dem offenen Auge über den erhobenen Zeigefinger auf einen Gegenstand in etwa 0,5 Meter Entfernung. Da wackelt wahrscheinlich nichts und Auge - Finger - Ziel sind eine ruhige gerade und nicht wackelnde Linie - sollte es doch wackeln wie ein Kuhschwanz, sollte der Rat mit dem Arzt vielleicht befolgt werden :-)
Nun machen Sie das Gleiche mit Auge, Arm und Finger, visieren aber auf ein Motiv in 25 oder 50 Metern Entfernung. Merken Sie, wie das Ziel "tanzt"? Genauso entsteht die Verwackelungsunschärfe mit immer länger werdenden Brennweite und immer länger werdenden Belichtungszeit.

Sie können der
Verwackelungsunschärfe vorbeugen und ein Stativ verwenden - oder aber diese Regel befolgen:


Umkehrwert der Brennweite ist die minimale/längste Belichtungszeit


Beispiel: Ein Objektiv hat 50 mm Brennweite - die längste Zeit zum Belichten sollte demnach mind. 1/50 sein, denn 1/30 z.B. wird schon zu Verwacklungen führen können.
Oder bei einem 200 mm Objektiv wären demnach mind. 1/200 nötig, um Verwacklungen vorzubeugen. 1/60 mit so einem Objektiv gibt Ausschuss in den Ergebnissen.
Eine bebilderte Erläuterung finden Sie am Ende dieses Kapitels.

Eine Anmerkung noch dazu: Viele Kameras haben einen Sensor, der nicht dem Kleinbildformat von 36 x 24 mm entspricht. Die Sensoren sind prozentual kleiner. Man spricht vom sogenannten Crop-Faktor, der die Brennweite engtsprechend verlängert. Viele Hersteller haben Sensoren mit Crop-Faktoren von 1,3 - 1,6 eingebaut. Das heißt, das Objektiv bündelt das Licht auf eine kleinere Fläche als die "genormten" 36 x 24 mm, so dass eine Objektivbrennweite mit dem Crop-Faktor multipliziert werden muss, um die tatsächliche Brennweite zu ermitteln.
Beispiel einer Canon-Kamera mit Sensor im APS-C Format (entspricht 22,2 x 14,8 mm) hat einen Crop-Faktor von 1,6 - das heißt, der Nominalwert jedes aufgeschraubten Objektives muss mit 1,6 multipliziert werden, um die tatsächliche Brennweite zu erhalten.
Bei einem Weitwinkel mit 10 mm wären tatsächlich 16 mm an der Kamera und bei einem 200 mm Objektiv dagegen schon 320 mm Brennweite.
Abgesehen von den Vor- und Nachteilen dieser Sensor-Technik in Bezug auf Brennweiten, sollte man der Formel
Umkehrwert der Brennweite ist die minimale/längste Belichtungszeit noch eine entsprechende Reserve dazugeben!
Mehr Infos zum Crop-Faktor finden Sie im Kapitel ISO-Wert.


Nun bieten viele Objektive oder Kameras
Bildstabilisatoren, die ein Verwackeln minimieren sollen und können. Feine Sache, doch meistens sind ansprechende und akzeptable Ergebnisse mit max. 1-2 Blendenstufen niedriger schon am Limit dessen, was versprochen wird.

Schauen Sie noch einmal nach oben auf die Blendenreihen der Belichtungszeiten.
Wäre ohne Bildstabilisator beispielsweise eine Aufnahme mit mind. 1/250 möglich, so erlaubt uns der Bildstabilisator eine Verlängerung auf eine Belichtungszeit von 1/125 oder gar 1/60. Manche Hersteller brüsten sich mit 4 Blendenstufen - in der Praxis ein wohl eher zu fantasievoller Wert - es würde nämlich bedeuten statt 1/250 auch mit 1/15 verwackelungsfrei fotografieren zu können. Ein mehr als fragwürdiger Wert, denn 1-2 Blendenstufen sind tatsächlich seriös und führen zu guten bis sehr guten Ergebnissen.
Beachten Sie aber, dass die
Bewegungsunschärfe von keinem Stabilisator ausgeglichen werden kann.

Die Belichtungszeitvorwahl (Programm T bzw. Tv) macht die Kamera zum ultimativen Werkzeug in Sachen Sport- und Dynamikaufnahmen mit Bewegungsunshärfe. Sie können z.B. Ihre Kinder beim Springen ins Schwimmbecken "einfrieren" oder eben "dynamisch" mit Bewegungsunschärfe ablichten, wenn sie die Wasseroberfläche treffen.

Die Vollautomatik wird immer versuchen, eine mittlere Belichtungszeit mit einer mittleren Blende kombinieren - mit Programm T bzw. Tv greifen Sie hier maßgeblich in das Resultat ein.

Falls Ihre Kamera kein Zeitprogramm T oder Tv hat, so besitzt Ihre Kamera vielleicht ein Programm "Sport", meist mit einem Läufer skizziert. Das ist das sogenannte Sport-Programm. Im Prinzip macht das Sportprogramm das gleiche wie Programm T bzw. Tv, es verkürzt die Belichtungszeit, um möglichst schnell belichten zu können.
ABER: Sportprogramme gehen meistens nie auf die maximal kürzeste Belichtungszeit, sondern blenden in der Regel bis zu 1,5 Stufen ab, was u.U. dann doch nicht zum gewünschten "Freeze" auf dem Foto führt.

Die Erklärung dazu ist ganz einfach: Je schneller die Belichtungszeit, desto größer wird die Blende und damit auch die Schärfentiefe (detaillierte Erläuterungen dazu im Kapitel Blende). Manchmal ist der Schärfentiefenbereich dann nur noch millimetergroß. Bewegt sich nun das Objekt oder der Fotograf nach dem Scharfstellen auch nur minimal vor oder zurück, verrutscht die Schärfe in die Richtung, in die sich Objekt oder Fotograf bewegt haben.
Die Käufer einer solchen Kamera suchen logischerweise sofort die Schuld bei der Kamera und nicht bei sich selbst :-)
Ergo, die Hersteller wollen zufriedene Kunden und somit sind Sportprogramme so gestaltet, dass die Belichtungszeit im Sportprogramm noch ein wenig "Luft" für Schärfentiefe schafft.

Tipp für sehr langsame Belichtungszeiten bei langer Brennweite im Bereich Sportfotografie: Ein Stativ für die Kamera verwenden, um Verwacklungsunschärfe zu vermeiden. Übrigens: Bildstabilisatoren sollten ausgeschaltet sein, wenn ein Stativ verwendet wird.

Sie können übrigens auch wunderbar mit dem Sportprogramm noch alles andere außer schnelle Motive fotografieren, wenn Sie Wert darauf legen, das anvisierte Objekt "einzufrieren".

Schauen Sie auch mal bei meiner Kaufberatung Objektiv rein.

Soweit die Praxis, wie Sie mit Vorgabe der Belichtungszeit einstellen und erreichen können.

Abschließend sei noch erwähnt, dass sich mit Ändern der Belichtungszeit der Blendenwert verändert. Kurze Belichtungszeit = große Blende bzw. umgekehrt lange Belichtungszeit = kleine Blende.
Was dies für Auswirkungen haben kann lesen Sie im Kapitel Blende und in Zusammenspiel.

Viel Spaß nun beim Üben und Experimentieren mit der Zeitvorgabe bzw. Blendenautomatik.


Das Programm Tv ist übrigens meine Standard- und Lieblingseinstellung beim Fotografieren von Vögeln etc., da ich der Kamera vorgeben möchte, wie bewegungsunscharf die Tiere abgelichtet sein sollen.

Lange Belichtungszeit (hier 1/60s) bringt Bewegungsunschärfe bei sich schnell bewegenden Motiven wie hier z.B. die Rotoblätter. Mit Bewegungsunschärfe schafft man eine gewisse Dynamik in den Fotos.

Kurze Belichtungszeiten (hier 1/500s) frieren Bewegungen ein. Das Foto wird schärfer, da die Verwackelung reduziert wird und sich das Motiv während der Belichtungszeit weniger bewegen konnte.

Verwackelung & "Einfrieren" bei diversen Zeiten
Bei langer Belichtungszeit (z.B. 1/15) besteht Verwackelungsgefahr bei Freihand-Fotos und Bewegungsunschärfe eines sich bewegenden Motivs. Bildstabilisatoren schaffen begrenzt Abhilfe. Bei schneller Belichtungszeit entstehen diese Probleme eher weniger

Die Belichtungszeit - das Wichtigste zusammengefasst:

  • Die Belichtungszeit reguliert die Dauer des Lichts, das durch den Verschluss auf den Sensor/Film fällt
  • Die ganzen Belichtungsstufen in Blendenstufen umgerechnet lauten (Zwischenstufen sind i.d.R. möglich): 1/1 - 1/2 - 1/4 - 1/8 - 1/15 - 1/30 - 1/60 - 1/125 - 1/250 - 1/500 - 1/1000 - 1/2000 - 1/4000 - 1/8000 usw.
  • Sehr kurze Belichtungszeiten frieren Bewegungen ein - lange Belichtungszeiten lassen Bewegungen sichtbar erscheinen
  • Sehr kurze Belichtungszeiten öffnen den Verschluss nur einen Spalt weit - lange Belichtungszeiten öffnen den Verschluss weiter bis voll
  • Bewegungsunschärfe wird mit einer länger werdenden Belichtungszeit immer wahrnehmbarer und kann so aktiv über die Belichtungszeit gesteuert werden
  • Verwackelungsunschärfe entsteht meist schon dann, wenn die Belichtungszeit länger als der Kehrwert der Brennweite ist
  • Verwackelungsunschärfe wird vermieden, wenn man mit mindestens dem Kehrwert der Brennweite belichtet (Beispiel bei einem 200 mm Objektiv mit mind. 1/200 Sekunde oder kürzer belichten)
  • Bildstabilisatoren am Objektiv schaffen Reserven von 1-2 Blendenstufen (somit längere Belichtungszeit möglich)


Diese Übersicht steht auch als Download im PDF-Format kostenlos zur Verfügung.
Sie finden sie im Downloadbereich.

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