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erinnerungsfoto.de - Zusammenspiel von Blende, Zeit und ISO-Wert

Foto-Schule

Das voneinander abhängige Zusammenspiel von Zeit, Blende & ISO
Funktion und Einfluss auf Fotos

Die Erläuterungen sind in erster Linie für Anfänger und Fortgeschrittene gedacht - Profis möchten mir bitte nachsehen, wenn die Erklärungen zu laienhaft erscheinen.

Grundwissen:

Das Wichtigste aus den vorangegangenen Kapiteln Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert noch einmal in aller Kürze mit Vor- und Nachteilen zusammengefasst. Diese Informationen sind wichtig, um Abläufe in der Kamera verstehen zu können und an die fotografische Situation angepasste Einstellungen vorzunehmen. So bekommen Sie Ihr brillantestes Erinnerungsfoto in den Kasten und belichten so, wie Sie das Foto am Ende haben wollen und keine Automatik es je so schaffen kann.

Lange Belichtungszeit bringt dynamische Bewegungsunschärfe, Verwackelungsgefahr steigt
Kurze Belichtungszeit friert Bewegungen ein und reduziert Verwacklungen

Offene Blende schafft wenig Schärfentiefe
Geschlossene Blende schafft große Schärfentiefe
Offene oder geschlossene Blende liefert nicht das beste Schärfeergebnis wie Mittelbereich

Hoher ISO-Wert fängt viel Licht ein (z.B. Partystimmung) - Fotos werden verrauscht
Niedriger ISO-Wert fängt wenig Licht ein (z.B. Hochsommer) - Fotos werden nicht verrauscht

Sofern noch einige Details unklar sein sollten, lesen Sie bitte die ausführlichen
Informationen in den Kapiteln Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert noch einmal nach.

Praxis - Teil I
Das Zusammenspiel von Belichtungszeit, Blende und ISO-Wert

Angenommen, Ihre Kameraautomatik gibt für ein Foto diese Werte vor. Damit ist jede Einstellung auf einem relativ neutralen Wert, da die Kamera nicht weiß, was Sie fotografieren und versucht deshalb das bestmögliche Spektrum für die Belichtung bereitzuhalten.
Relativ geringe Bewegungsunschärfe, mittlere Schärfentiefe bei wenig bis mittlerem Rauschen sind hier vorgegeben.

Tabelle oben: Angenommene Ausgangsbasis einer Kameraautomatik
1/125 Sekunde bei Blende f/8 und ISO 800
Jedes Feld einer Zeile entspricht einer ganzen Blendenstufe

Alternativ ist aber auch durch Verschiebung von Zeit, Blende oder ISO-Wert ein Foto bei absolut gleichen Belichtungsergebnissen (Fotos) möglich mit Gewichtung auf eines der 3 Werte, also z.B. Gewichtung auf Belichtungszeit für wenig/viel Bewegungsunschärfe oder Gewichtung auf Blende für die wenig/viel Schärfentiefe oder Gewichtung auf den ISO-Wert, um eine Lichtstimmung bei Dunkelheit zu erhalten. Eine Verschiebung der Werte sieht dann beispielsweise wie nachfolgend illustriert aus und hat immer das gleiche Bildergebnis zur Folge:

Im dieser Tabelle wird eine kürzere Belichtungszeit zu Lasten eines höheren ISO-Wertes favorisiert

Hier wird eine längere Belichtungszeit gewünscht und dafür der ISO-Wert reduziert, was weniger Rauschen bedeutet

Eine größere Blende für weniger Schärfentiefe bei reduzierter ISO-Empfindlichkeit für weniger Rauschen wird hier gewählt

Kurze Belichtungszeit, wenig Bewegungsunschärfe bei großer Blende mit wenig Schärfentiefe und mittlerer ISO-Empfindlichkeit stehen für dieses Beispiel

Die Beispiele ließen sich noch beliebig fortsetzen, so groß ist die Kombinationsvielfalt. Ich denke, es wurde deutlich, dass die Kameraautomatik zwar Werte vorgibt, die wir aber beliebig verändern können. Wir müssen uns nur an die Regel halten, wenn ein Wert eine Blendenstufe hochgedreht wird, muss man einen anderen Wert um eine Blendenstufe reduzieren (alternativ auch die beiden anderen Werte um je eine halbe Stufe).

OK, bevor Sie nun blass werden und sich fragen, warum ich das alles so toll beschreibe und damit praktisch den automatischen Belichtungsmesser der Kamera in Rente schicke, sei noch einmal angemerkt, dass so das Prinzip der Belichtung funktioniert, was ich hier anschaulich erklärt habe.
Wenn Sie verinnerlicht haben, dass z.B. mit hochdrehen der ISO-Zahl dafür ein anderer Wert um die gleiche Anzahl an Blendenstufen reduziert werden muss und das Ergebnis danach dennoch völlig identisch (in Bezug auf die korrekte Belichtung) ist, dann ist die Sache rund und Sie haben es verstanden.

Keine Sorge, den automatischen Belichtungsmesser brauchen Sie noch und wie Sie nun mit den 3 Werten tolle Fotos erzielen, die auch Ihren Wünschen entsprechen, wird sich das durcharbeiten der ganzen Thematik gelohnt haben und Sie entdecken die Fotografie praktisch neu.

Mit der Bracketing-Funktion verschiebt man Zeit und Blende, belichtet korrekt, hat aber starken Einfluss auf das "Wie"

Die animierte Grafik oben zeigt, wie das sogenannte Bracketing funktioniert. Viele Kameras haben Halbautomatik-Programme (oft mit "P" gekennzeichnet), bei denen Blende und Zeit mit einem Drehrad gleichzeitig verändert werden können.
Der Clou dabei ist, dass die Belichtung immer korrekt ist, Sie aber Einfluss auf kurze oder lange Belichtungszeit bzw. kleine oder große Blende haben. Die ISO bleibt auf dem vorher festgelegten Wert und ändert sich (meist) nicht.
Mittels des Bracketings haben Sie eine gute Möglichkeit, erste sichere Schritte in Sachen Kreativität bei der Belichtung zu machen. Im Fokus dieser Option stehen nur Blende und Zeit - ISO ist aus diesem Spiel (meist) raus, da sie feststeht.
Mit Ihrem bisher erlangten Wissen und der Bracketing-Funktion können Sie nun ganz schnell am Drehrad z.B. auf eine große Blende (kleine Zahl) drehen, um wenig Schärfentiefe für ein Portrait zu bekommen. Im nächsten Atemzug können Sie direkt das Drehrad auf eine kurze Zeit drehen, um ein schnell bewegtes Objekt zu fotografieren.
Mittels der Bracketing-Funktion haben Sie immer beide Werte (Zeit und Blende) im Blick und je nach dem, was Sie gerade favorisieren, komponieren Sie Ihr Foto damit selbst, egal ob Sie z.B. viel oder wenig Schärfentiefe bzw. viel oder wenig Bewegungsunschärfe haben wollen.
Schnell und einfach öffnet sich Ihnen damit der Weg in eigene und kreative Belichtungsmöglichkeiten ohne auf den Komfort einer beinahe kompletten Vollautomatik zu verzichten.
Anzumerken sei noch, dass die Kameraautomatik in der Regel (ist von Kamerahersteller zu Kamerahersteller unterschiedlich) hin und wieder eingreift, sollten Sie Werte vorgeben wollen, die nicht sinnig zu belichten sind, wie z.B. 1/1000 bei Dunkelheit. Hier greift eine Korrekturfunktion ein (nennt sich u.a. "Automatisches Bracketingende"), die dann die Werte von Zeit und Blende so verschiebt, dass wieder eine sinnige Belichtung möglich ist - ggf. wird auch der ISO-Wert von der Korrekturfunktion verändert.
Dennoch bleibt die Bracketing-Funktion ein gutes Mittel für Schnappschüsse mit erheblichen Einfluss auf das Belichtungsergebniss wie z.B. viel oder wenig Schärfentiefe bzw. viel oder wenig Bewegungsunschärfe.

Praxis - Teil II
Vorwahl motivbezogener Einstellungen und automatische Ergänzung der übrigen Werte durch die Kamera

Hier gehts nun ans Foto, das so aussehen soll, wie Sie es sich wünschen und nicht so, wie es die Vollautomatik der Kamera vorgibt. Auch geht dieser Teil über die zuvor beschriebene Bracketing-Funktion hinaus, da hier nun auch der ISO-Wert mit einbezogen wird und Einfluss von Ihnen als Fotograf genommen wird.
Für Schnappschüsse ist dieser Teil eher ungeeignet, da in der Regel 2 Werte von Ihnen vorgegeben werden, die für das aktuelle Motiv geeignet sind, aber nicht unbedingt für ein anderes Motiv, das völlig andere Voraussetzungen verlangt, um schön bzw. passend anzusehen ist - für solche Fälle empfiehlt es sich mit der Bracketing-Funktion oder gar mit der Vollautomatik zu arbeiten.
Es geht hier an dieser Stelle auch nicht darum die folgenden Fotobeispiele zu bewerten, ob sie toll oder nicht toll sind - es geht um das Verstehen des Belichtungsablaufes und der dazu nötigen Einstellungen, um zu einem bestimmten Ergebnis zu kommen.

Praxisbeispiel: Portrait-Aufnahme

Ziel: Gesicht scharf, Hintergrund unscharf
Benötigt: Wenig Schärfentiefe (große Blende) + niedrige ISO (wenig Rauschen)
Automatik Kamera: Nur Belichtungszeit. Die ist relativ egal, da es sehr hell ist und sich das Motiv nicht bewegt.
Einstellungen: ISO auf 100. Programm Av (auch A oder Portrait), also Blendenvorwahl (Zeitautomatik) und f/1.4 eingestellt. Die Kamera steuert die passende Belichtungszeit dazu. Augen fokussieren, Bildauschnitt wählen (Kamera schwenken) und Auslöser drücken - fertig ist das Foto rechts.

Die Vollautomatik hätte sicherlich alles richtig belichtet, allerdings wäre sehr wahrscheinlich der Hintergrund nicht so unscharf wie hier geworden, da die Vollautomatik dazu neigt eine mittlere Balance von Belichtungszeit und Blende zu finden.

Dieser Teil wird in Kürze fortgeführt...


Diese Übersicht steht auch als Download im PDF-Format kostenlos zur Verfügung.
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